Erkannter Text Seite 16 und 17
Maschinell aus dem Scan gelesen. Fraktur wird nie fehlerfrei erkannt — zum Auffinden gedacht, nicht zum Zitieren.
Seite 16
Allgemeines 1. Wappen Im blauen Felde ein silbernes Haus mit rotem Dach über drei goldenen Münzen*). Auf dem Spangenhelm ein blauer Flug. Blau-silberne Decken. Dieses „Hausswappen“") kommt zuerst in dem Siegel“) eines Briefes aus dem Jahre 1705 des Pfarrer3 Johann Rocholl, damals zu Neviges, vor. Es erscheint später (1788) auf den beiden Grabplatten des Johann Melchior Peter Ro ch oll und seiner Gattin Anna Erich Ro ch oll in der Pauli-Kirche zu Soest'?), und es hat sich weiterhin mit geringen Abweichungen in zahlreichen Zweigen der Familie erhalten“). Die derzeitige Darstellung?) stammt von dem Wappenmaler Carl Bu sch , Berlin-Südende. Nach4 Gründung des Familienverbandes im Jahre 1902 wurde die Annahme des „Radwappens8“*“) eifrig gefördert. Der Nachweis einer Abstamsmung von diesem Geschlecht ist jedoch bis jekt nicht gelungen, und er scheint auch nicht durchführbar zu sein“). Zu erwähnen bleibt noch ein hau38markenartiges Siegel*?), das der Altvater Bernhard Rocholl in seinen Briefen an seinen Sohn Gottschalk Ro doll in den Jahren 1705 und 1706 gebraucht hat. E3 stellt etwa die Form eine3 Schlüssel8 dar (ohne tatsächlich damit etwas zu tun zu haben) und weist die Anfangssbuchstaben von Gottshalf und Rocholl auf. Das G krönt ein Stab, das R ist seitlich an diesen angefügt, während die Zeichnung am unteren Ende des Stabe3 einem in Querrichtung auseinandergezogenen H ähnelt, dessen Bedeutung aber nicht festgestellt werden kann. Eine spätere Anwendung des Siegels in der Familie ist nicht bekanntgeworden. 2. Name Die Deutungen über den Ursprung des Namen3 Ro oll sind sehr verschiedenartig. 92) Vgl. Titelbild und Bildtafel 2. 210) Vgl. Nachr.bl. Nr. 6 „Das Wappen der Familie Rocholl“ von Dr. Walther Zimmermann -- Ehegatte der Arnhild Rocholl. 19a) Vgl. Bildtafel 3, Abb. 1. 10b) Vgl. Bildtafel 3, Abb. 2 und Bildtafel 12. 106) Vgl. Bildtafel 3, Abb. 3, meist gebräuchliche Form. 104) Vgl. Titelbild. 14) Gin rotes Rad im silbernen Felde, ursprünglich geführt von dem ausgestorbenen Geschleht von Berchem gen. Rochollz. 12) Vgl, den Aufsaß „Zur Wappenfrage“ von Richard Rocholl im Nachr.bl. Nr. 22. 12a) Vgl, Bildtafel 3, Abb, 4, ursprüngliche Größe, 1
Seite 17
2 Allgemeines (2.) a) Am schwungvollsten erscheint die Auslegung, daß durch sprachliche Umsbildung aus dem gotischen Hroc*) das heutige Ro ch der ersten Hälfte des Wortes entstanden sei, und daß in Verbindung mit der zweiten Silbe wald, ald, old“) dem ganzen Namen H rocold die Bedeutung „der im Schlachtruf Gewaltige“ zukomme"). -- Eine gewisse Kampfesfreudigkeit ist zum mindesten in den älteren Geschlechterreihen erkennbar und soll als Erbanlage ver= einzelt auch heute noch vorkommen. b) Weniger kriegerisch klingt jene Nachricht“) --- wenn man sie auf die Familie Roh oll anwendet ---, wonach das spottlustige Mittelalter die Behausung der ausgestorbenen Familie von Berchem mit dem Beinamen Ro > holl, das ist Rauchloch, belegte, und diese Familie, der Gewohnheit der Umwobhner folgend, sich schließlich samt ihrem Hause ebenso benannte, nämlich von Berchem gen. Rochollz. c) In diesem Zusammenhang sei noch eine andere Deutung erwähnt, nämlich die Ableitung des Namen38 von Rauchhöhle = Schornstein. Diese Auslegung erfreut sich weiter Verbreitung in der Familie. Daher auch -- als sogenannte3 redendes Wappen =- das Hausswappen mit dem rauchenden Schlot. d) Neuerdings teilte dex aus dem Müntterlande stammende Urfundenverwalter Ferdinand Schhmidt, Burg Altena i. W., mit, daß man in Westfalen mit Rauchholz einen Holzpfloc> bezeichnete, an dem die Würste und Schinken im Rauchfang hingen. Dann würde der Familienname Rocholl vielleicht zu der großen Gruppe von Namen gehören, die von Gegenständen des täglihen Bedarfs abgeleitet sind, wie 3. B. Tischbein, Ofenloh, Kettelha> (Kesselhaken). e) Zu guter Letzt eine Erklärung, die den Vorzug hat, an eine urkundlich überlieferte, reht alte Namensform anzuschließen. In der Zeitschrift des Soester Geshichtsvereins 1898/99 (Heft 16) bringt auf Seite 9 und folgenden der (ungenannte) Herausgeber Professor Vogeler „Ältere Nachrichten über Lohne“, die er offenbar aus Urkundenstücken der von ihm verwalteten Soester Stadturkundensammlung entnommen hat. Dort ist auf Seite 20 mehrfach von Ro>eloh3 Hof die Rede, der heute No hollsh vf heißt*?). Der Name gehört also zu den zahlreichen jekt auf [l endigenden westfälischen Namen, bei denen dieser Endlaut der Rest der alten Endsilbe Loh 13) Schlachtruf, Kriegsgeschrei. 14) walten, herrschen, gewaltig. 15) Vgl. den Aufsaß „Mitteilungen des Vorsißenden über den Namen Rocholl“ von Konsistorialrat Dr. Heinrich Ro ch oll, Hannover, im Bericht über den 2. Familientag der Familie Rocholl am 17. 5. 1904 zu Soest. 16) Vgl. Hermann Essex, Hohenlimburg und Elsey „Gin Beitrag zur westfälischen Ort3= und Territorialgeschichhte“; Dortmund 1907, S. 3. 162) Zu diesem Hof haben die Rader Rocholls3 keine Beziehungen. Dieser Hof= name ist lediglich ein Beweis für die Bedeutung des auch sonst vorkommenden Namens No chholl.
Hauptband · andere Bände · Blättern auch mit den Pfeiltasten