Erkannter Text Seite 20 und 21
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Allgemeines (3.) 3 ist, Loh aber heißt Holz, Gehölz, heute noch erhalten in Lohe, und Bestandteil des Familiennamens Lohmann Cehmann). Beispiele für die Abschhleifung der beiden Endbuchstaben sind die Namen Grevel und Twiel. Beide sind westfälische Uradelönamen. Nach dem ersten heißt heute noch ein Dorf in der Nähe von Dortmund. Sein Ursprung ist Grevenloh == Grafenwald. Twidel hingegen heißt noh im 15. Jahrhundert Twi>eloh. Noch heute nennt der Münsterländer Bauer einen Zweig Twiel. Die hochdeutsch nächste Form ist Zweigel(eim. Twickeloh ist aber auch das genaue Gegenteil von Ro >eloh. In diesem Namen ist das Ro > e zu deuten, wie e3 in allen anderen Erklärungen des Namens R o chh oll gedeutet wird, und wie es in der Form Rau holz am deutlichsten erhalten ist, nämlich als rauh. Die Herren von Ro>eloh (Rocholl) wohnien also am rauhen, di>(icht)en Holz, die von Twickeloh (Twickel) am dünnen Gehölz. Jeßt erklären sih auch alle die Formen wie Ro>el, Rö>el, Rohel, Rocdol, Rocholl. Aus der Genetivform Rocholl38 ist dann die erwähnte Form Rau ch holz entstanden. Wenn sie zufällig auch auf -holz endet, so ist das ein Zufall, jedenfalls stammt diese Silbe nicht ummittelbar von dem alten Bestandteil -loh her. Die Häufigkeit des Tatbestandes, daß ein Bauer am Dickicht wohnte und nach ihm al38 einem besonderen Merkmal seine8 Hofes benannt wurde, erklärt auch die Häufigkeit der Namensbildung Rochho1l. Daher brauchen durhaus nicht alle Träger des Namens Rocholl miteinander verwandt zu sein, was indessen umgekehrt für NamenSträger Ro ch oll, die aus Rade stammen, sehr wohl der Fal sein dürfte. f) Die Schreibweise de3 Namens Rocholl ist, wie die Unterschriften tafel?) zeigt, seit Gottschalf Ro ch oll, 3 1593, gleichgeblieben, wenn auch der Bürgermeister Peter No Holl, der 1675, 88 und 94 seinen Namen mit zwei l schreibt, 1682 eigenartigerweise mit einem [ zeihnet. In den Urkunden kommen allerdings infolge de8 Sprachgebrauchs jener Zeit Entstellungen in den mannigfaltigsten Abweichungen vor. - Ein Ramensträger sah sich um 1830 aus Überzeugung, daß ein 1 genüge, veranlaßt, weiterhin Rocholl zu schreiben. Aus dieser Angewohnheit entwickelte sich unter seinen Nachkommen eine als regelrechte Namensänderung empfundene neue Schreibweise. 3. Herkunst und Ausbreitung der Familie Hierüber spricht Gerichtsrat Louis Ro chh oll, Hagen i. W., der Bearbeiter der 1866 veröffentlichten ersten Stammtafel der Familie, in seinem Vorwort verschiedene Andeutungen aus, deren wesentlichste hier folgen mögen: a) Aus einer Nachricht des Justizbürgermeisters Adolph Wilhelm Rodcoll, Soest. „Der Stammvater der No choll'shen Familie stammt von dem Hause Rocholl im Cleve'schen. Gr überließ al8 Cadet (nachgeborener Sohn) seinem älteren Bruder das Gut und trat als Capitain in holländische Dienste, wo er sig mit einer Person bürgerlichen Standes8 verheiratete. Nag seinem Ableben retirirten sich seine drei nachgelassenen Söhne in die Gegend von Cöln, weil, wie e8 heißt, an dem Orte 16b) Vgl, Bildtafel 3. 1*
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4 Allgemeines (4.) ihres biSherigen Aufenthalt8 die Pest ausgebrochen war; einer von ihnen, Gottschalk No chh oll, nahm seinen Wohnsitz in Rade vorm Wald, wo er als Kaufmann eine Tuchfabrif anlegte.“ --- b) „Grwähnt sei hier noch die in einem Briefe des Corbacher Carl Rocholl enthaliene Notiz, der zufolge Gottschalk No ch oll dex Sage nach aus Ost- oder Westindien mit etwas Vermögen versehen nach Rade vorm Walde gekommen sein foll, dessen Vorfahren aber Teutsche gewesen und von einem adeligen' Gut bei Schwelm ohnweit Gevelssberg abstammen sollen.“ e) „und endlich führt eine aus Lippstadt beruhende Biographie den Ursprung der Familie gleichfalls auf das Geschlecht jene8 Hauses Ro ch ol3 zurü. Dasselbe sei bereits in der Reformationszeit zu dem Bekenntnisse Calvins übergetreten. Nochmals habe es gleichfalls der Zeiten Wechsel erfahren; den jüngeren Söhnen habe damals feine militärische Laufbahn offengestanden, daher der Übergang zu bürger= lichen Beschäftigungen, wobei das Adelsprädikat als unverträglich fallen gelassen sei. Aljo sei denn das Rocholl'sche Rittertum verschollen, gleich vielen anderen.“ Diese wohl aus mündlicher Überlieferung stammenden, zum Teil etwas sagenhaft klingenden Nachrichten sind nicht nur unbewiesen, sondern im Gegen= teil al3 widerlegt anzusehen. Ebenso hinfällig ist die sich aus der schönen „stamm baum“artig dargestellten Zeichnung ergebende Abstammung des Gottschalk Rocholl von Berthold von Rodcholl, Ritter auf Schloß Rochollz, 1380 bis 1440"). Die Familie No ch oll hat hiermit nichts zu tun*), sie ist vielmehr von alters her eine Bürgerfamilie. Rade ist ihre Heimat. Dort wenigstens tritt sie zuerst am Ende des 16. Jahrhundert3 in Erscheinung, und hier war sie bis zum heutigen Tage ununterbrochen ansässig. Im 17. und 18. Jahrhundert hat sie in ihrer Vaterstadt zahlreiche städtische und kirchhlihe Ehrenämter besetzt, wie Bürgermeister, Richter, Schöffe, Kirchhmeister, Provisor und Ältester, und sie hat ihre angesehene Stellung bis zur Gegenwart behauptet. Während die Familie sich im 17. Jahrhundert noch geschlossen in Rade auf=- hielt, begannen im ersten Viertel des 18. Jahrhundert8 Auswanderungen nach Soest, Korbach und Wesel, später folgten solche nach Kassel, Westhofen, Vlissingen, sowie nach anderen Bezirken hauptsächlich Westfalen38 und seiner angrenzenden Gebiete. Im 19. Jahrhundert und bi3 in die neuere Zeit hinein breitete sie sich in Hannover Stadt und in Schlesien“) aus, ferner in Berlin, Bremen, Dressden, Leipzig, London, Utrecht und Asuncion (Paraguay). Ausswanderungen nach den Vereinigten Staaten kamen ziemlich häufig vor. Hiermit war fast ausnahmslo3 eine Lo>kerung in den Familienbeziehungen zur Heimat verbunden. 4. Gliederung und Umfang der Familie In der Stammtafel von Louis Ro ch oll galt, von den beiden Nebenzweigen I und II abgesehen, Gottschalk Rodcoll als Stammvater der gesamten Familie, Diese Stelle mußte er nach neueren Forschungen zunächst - m) Yagl, Anh. Nr. 3. 28) Vgl. den bereits angezogenen Aufsaß „Zur Wappenfrage“ von Richard Rocholl im Nachr.bl. Nr. 22. 19) In beiden vorübergehend.
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