Erkannter Text Seite 32 und 33
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Frühgeschichte **) Um einen festen Bau aufführen zu können, müssen seine Grundpfeiler genau geprüft werden, -- Die ersten Nachrichten über die Familie Rocholl stammen nicht au8 Kirchenbüchern, sondern aus anderen sehr mannigfaltigen Quellen, deren Ergebnisse verschiedentlich ineinander greifen. Ihre Behandlung im Rahmen der eigentlichen Stammfolge, in der das Datengerippe erscheint, würde verwirrend und unübersichtlih gewirkt haben und war daher nicht angängig. Zur klaren Einführung in die ersten Geschehnisse der Familie erfolgt diese Vorbetrachtung, in der die ältesten Urkunden untersucht und auch Ort3- und Zeitgeschehen gestreift werden. Diese Vorbetrachtung beschränkt sich auf die ersten zwei bis drei Geschlechterreiben nach dem Ur-Peter, abgesehen von kleinen Abweichungen, wo es geboten erschien, noch weiter zu gehen. -- Im Anschluß hieran folgt wegen der NamenSähnlichkeit mit Rocholls8 berg eine kurze Besprechung dieser Familie. Radevormwald**) war Ende des 16. Jahrhunderts ein kleines, abseit3 der großen Verkehrsftraße gelegenes Landstädtchen mit gewerblichem Cinschlag. (3 hatte rund 3000 Einwohner, davon etwa ein Drittel bis zwei Fünftel innerhalb der Stadtgemeinde einschließlich der Stadtpfähle. Neben den üblichen Handwerkssberufen, derein Entstehung ein städtisches Gemeinwesen mit anliegender Landwirtschaft mit sich bringt, waren die Herstellung und das Färben von Tuchen bemerkenswert. Im Jahre 1591 hatte der Pfarrer Adolph Sundermann die Reformation (nach Calvin) in Rade eingeführt. Mit dem Ausbruch des 30 jährigen Krieges begann für die Stadt eine sehr harte Zeit"). = In diesem Zu=- fjammenhang sei erwähnt, daß sich die lutherische Gemeinde erst 1707 in Rade bildete, die altlutherische in neuerer Zeit. -- Sundermann wie sein AmtS8bruder Arnold Bolli weigerten sich, ihr Bekenntnis zu widerrufen, wurden nacheinander*) verschleppt und mußten einen qualvollen Märtyrertod erleiden. Das gleiche Schiksal ist auch einem Kirchhmeister widerfahren. Die Kirche wurde den Reformierten, obwohl sie in Rade die Überhand hatten, abgenommen und erst drei Jahre nach Beendigung des Krieges, am Palmsonntag 1651, 382) Vgl. Bildtafel 5. 36b) Vgl. Bildtafel 4. 37) Vgl. die ergreifenden Schilderungen über vie Vorgänge in Rade bi8 zur Beendigung des 30jährigen Krieges in „Geschichte der ev. ref. Gem. zu Nadevormwald. Zur Feier ihrer vor 300 Jahren erfolgten Stiftung“ von Pastor Paul Kind, gedruckt von F. W. Förster in Rade, 1891. 38) Pollich 1626, Sundermann 1629.
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12 Frühgeschichte (Ur-Peter) wieder zurücgegeben. Im Westfälischen Frieden vom 24. 10. 1648 war vereinbart worden, daß diejenigen, welche die Kirche 1624 innegehabt hatten, sie behalten sollten. Das waren in Rade die Reformierten gewesen, wie durch beeidete3 Zeugnis von angesehenen und vertrauenswürdigen Rader Bürgern, die die Wirrsale des Krieges erlebt hatten, bekundet wurde. Unter den Vernommenen befanden sich auch die drei Brüder Peter (Sohn), Gottschalf und Adolph Rocholl1*). Der Vater des Ur-Peter Die älteste Nachricht über einen Rocholl!l in Rade stammt aus den Jahren 1590 und 1591") und betrifft den Ur-Peter und nicht seinen Vater. Erst eine spätere Meldung von 1599*) gibt einen Hinweis über den Vater „Mullervor der Brugge zu Bienb:“ (= Beyenburg). Ob ex bereits Rocholl hieß, ist mindestens zweifelhaft; der Sohn führte den Namen als Familiennamen jedenfalls sicher. Die Familiennamen kamen in jener Zeit erst auf und bildeten sich aus den verschiedensten Ursachen*). Die Bezeichnung „PWuller vor der Brugge“ deutet in erster Linie darauf hin, daß der Vater Müller vor der Brücke zu Beyenburg war. In der Urkfundensammlung der Familie Rocholl befinden sih Briefwechsel und AuSszüge über die Feststellungen der Beyenburger Mühlen und ihrer Besitzer, aus denen sich aber bi8lang keine festen Ergebnisse ableiten ließen. Der Vater könnte auch Müller geheißen haben nach seinem Beruf, doch läßt sich darüber nichts Sicheres sagen, da über ihn sonst nicht3 bekannt geworden ist. Jedenfalls ist er -- leider ohne überlieferten Vornamen = als Stammpater der Familie unter der Bezeihnung „Muller vor der Brugge zu Bienb.“ anzusehen. Nach der Urfunde hat er offenbar 1599 noch gelebt, und er könnte, wenn man 1565 als Geburtssjahr des Ur-Peter ansetzt, um 1535 geboren worden sein. Der Ur-Peter*) Nach dem Vorangegangenen dürfte seine Wiege nicht in Rade gestanden haben, sondern in Beyenburg. Ex siedelte sich in Rade an und ist der erste befannt gewordene Träger des Familiennamens Überhaupt. Bei den bereits erwähnten beiden ersten Vorgängen vom 19. 2. 1590 und 17. 6. 1591“) handelt es sich um einen Rechtöstreit über ein Grundstück des Ur-Peier, wobei sich als sein Widersacher „Clas im Garterhauß“*) erweist. Ob dieser damals schon sein Schwager war oder es erst später wurde, ist allerdings fraglich. Aus den Urkunden geht zum mindesten hervor, daß der Ur-Peter neben einem Grundeigentümer mit Namen Rochollsberg ein 39) Vgl. Anh. Nr. 15 und 16. 20) Vgl. Anh. Nr. 4. 21) Vgl. Bildtafel 5, Abschrift davon Anh. Nr. 6. 22) Vgl. „Allgemeines“ unter 2 „Namen“. 43) Vgl. Bildtafel 6 die gleichnamige Übersicht. 44) Vgl. Anh. Nr. 4. 45) wie aus späteren Nachrichten hervorgeht, sein Schwager.
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