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RaderRocholl

Hauptband

Die Stammfolge von den Anfängen bis 1936
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Erkannter Text Seite 38 und 39

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Seite 38

Frühgeschichte (Ur-Peter) 15
Zustände in Rade vernommen werden, mag wohl damit zusammenhängen,
daß sie als Söhne des Kirhchmeisters jener Tage am besten Aussagen machen
konnten. = Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß zu den genannten
Brüdern aus ähnlihen Erwägungen ohne Zweifel noch ein Friedrich gehörte, von dem noh gesprochen werden wird.

Die vorgebrachten Gründe stellen keine zwingenden, untrüglichen Beweise
dar, machen aber die Sachlage in einem Maße wahrscheinlich, daß sie der Darstellung zugrunde gelegt werden können.

Über das berufliche Wirken des Ur-Peter läßt sich aus den kurzen, den
Rechnungösbüchern der ref. Gem. entnommenen Meldungen sagen, daß er
Handel35mann im weiteren Sinne war und dabei auch seine Gemeindemitglieder
unter anderem mit Schuhwerk versorgte. Dieses Handwerk wird er von seinem
Schwiegervater Sibel Meuters (Munter8), der als Schuhmacher bezeichnet wird, übernommen haben. Kirchmeister war er 1605/06 und 1619,
oberster Kirchhmeister vermutlich 1612-1617, bestimmt jedoch 1614/15. In
diesem Jahre heißt e8: „1615 item Peter Roc oll seiner Arbeit zu gedenken
10 Thaler.“ -- So hat sichh der Ur-Peter wohl wegen seiner Tüchtigkeit
und seines einsaßbereiten Mutes eine angesehene Stellung in der Gemeinde
verschafft und sich und seinen Nachkommen den Eintritt in die Kreise der Rat8verwandten ermöglicht, das beißt zu den Familien, die in einem gewissen Krei3lauf die städtischen und kirchlichen Ehrenämter, wie Bürgermeister, Richter,
Schöffe, Kirchmeister, Provisor usw. verwalteten und zur Oberschicht der Bevölferung zählten. Der Ur-Peter betätigte sich als Kirchhmeister, Peter
(Sohn) mehrfach als Bürgermeister, Richter und Ältester, Gottischalk und
Adolph als Provisor, Beter (Enkel) wiederholt als Bürgermeister und
jo fort. Ob der Ur-Peter der mit den beiden Pfarrern verschleppte und
gleichfalls getötete Kirchmeister war**), ist nicht erwiesen, aber sehr wahrschein
lich. Als Kirchmeister, Freund und Helfer von Sundermann war er den
Gegnern der Reformierten in Rade zum mindesten stark verdächtig. Den Au3schlag für seine Festnahme wird vielleiht die Tatsache ergeben haben, daß er
ein Abwehrschreiben vom 4. 3. 1626 neben verschiedenen Einzelunterzeichnern
micht nur für sich, sondern auch für zwei andere, die wahrscheinlich des
Schreibens unfundig waren, unterschrieben hat. In diesem Screiben verwahrten sich die Reformierten dagegen, daß sie die Veranlassung gegeben hätten
zu Schlägereien zwischen Soldaten und kath. Bürgern einerseit8 und den
Reformierten andererseit3 wegen des gemeinsamen Gebrauchs der Kirchhe und
des Besißes der Kirchenshlüssel. Die leßten Unterschriften lauten wörtlicht
„Claß Kueper*), Peter Rocholl so auch geschriewen, Gangolf von der
Heide, Joh. Graffweg. Ich Peter Rocholl vor die beiden unterschriewen.“ -- Hiernach hatte man ihn wohl al3 den geistigen Urheber der Ein=
gabe angenommen,

54) wie es von einem Kirchmeister behauptet wird.

55) wiederum sein Schwager.

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16 Frühgeschichte (Peter [Sohn] und Gottschalk)
Kinder des Ur-Peter

Vor näherem Eingehen auf die Nachkommenschaft des Ur-Peter wird
auf die Kopfsteuerlisten mit Erläuterungen*) besonders hingewiesen. Sie geben
ein aufschlußreiches Bild über die Familienverhältnisse und manches andere.
Da sie erst in neuster Zeit bekannt wurden, waren sie nachträglich eine willfommene Grgänzung und Bestätigung für gefällte Entscheidungen.

Peter (Sohn)

Trotz der wenigen Nachrichten über ihn tritt er doch als scharf ausgeprägte Persönlichfeit hervor. Seine besten Manne3Sjahre und zugleich sein
ganzes Wirken fielen in die Wirrnisse des Dreißigjährigen Krieges, in dem es
sicher nicht einfach gewesen ist, Ämter wie das des Bürgermeisters, des Richters
und de8 Gemeindeältesten zu verwalten. Die „Hermann“ »-Stiftung“), aus
der sich sein Bruderverhältniss zu Hermann erklärt, zeugt aber auch von
seinem Brudersinn und seiner Mildtätigkeit. Sie bestimmt als die Zeit seines
Ablebens das Jahr 1652. Aus anderer Ursache wird auf sie noch zurückzufommen sein. =- Sein mannhaftes Eintreten für seine Vaterstadt erwarb
ihm das volle Vertrauen seiner Mitbürger. Er wurde neben dem Pfarrer der
ref. Gem, zu dem schweren Gang zur Synode in Solingen am 16. 4. 1646*)
ausersehen und am 4. 4. 1648 als bester Sprecher zum Verhör über die ReligionSverhältnisse in Rade um 1624*) nach Solingen abgeordnet.

Über Namen und Daten seiner Gattin ist nichts bekannt geworden. Nach
der Eheschließung seiner Tochter Margaretha im Jahre 1652 zu urteilen,
wird er vor 1625 geheiratet haben.

Gottschalk

Er galt früher nah der alten Stammtafel von Louis Rocholl als
Stammvater der Familie. Noch jekt bildet seine Nachkommenschaft den weitaus größeren Hauptast neben dem kleineren seines jüngeren Bruder3
Adolph. Die über ihn bekannt gewordenen Nachrichten lassen ihn klar hervortreten. Er war hauptsächlih Geschäftömann, Tuchmacher und Färber.
Diesen Beruf hatte er, wie bereits erwähnt, von seinem Schwiegervater Gottschalf Moll übernommen“). Von seinem Opfersinn zeugt eine Schenkung3urfunde*). Wenn er auch nachweiSbar 1638 Provisor der ref. Gem. war und
1651 al3 Beuge über die Religionssverhältnisse in Nade um 1624 verhört
wurde“), so tritt er sonst im öffentlichen Leben weniger hervor, als beispiel3weise sein älterer Bruder Peter (Sohn).

58) Vgl, Anh. Nr. 23

57) Vgl. Anh. Nr. 11.

58) Vgl. Anh. Nr. 14.

58) Vgl. Anh. Nr. 15.

80) Vgl. Anh. Nr. 8.

61) Vgl. Anh, Nr. 10.

2) Vgl. Anh. Nr. 16 2.

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