Erkannter Text Seite 48 und 49
Maschinell aus dem Scan gelesen. Fraktur wird nie fehlerfrei erkannt — zum Auffinden gedacht, nicht zum Zitieren.
Seite 48
Frühgeschichte (Gottshalt8 Kinder) 23 den Kopffsteuerlisten*). Bernhard ist außerdem noch zweimal als Sohn von Gottschalf beglaubigt, und zwar durch die Aufzeihnung in der alten Bibel*) und durc eine untrüglich alte Stammtafelzeichnung“). Schließlich bezeichnet der Provisor Bernhard Rocholl 1678 unter den Einnahmen in den Rechnung3büchern der ref. Gem. den Bürgermeister Peter Ro ch ol! ausdrüclich als seinen Bruder“). Nach allem sind beide als Gottschalks Söhne gut ausgewiesen, ebenso ist ihr LebenSweg erkennbar. Zweifellos war Peter (Enkel) älter als Bernhard, denn Peter nimmt bereits 1662 zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel Adolph am Sendgericht teil, als Bernhard (X 1645) erst 17 Jahre zählte. Da für die Teilnahme am Sendgericht ein gesezteres Alter anzunehmen ist, kann Peter (Enkel) etwa 1630 bis 1635 geboren sein. Beide Brüder waren 1663, als sie noch bei den Eltern wohnten“), ledig, 1673 aber") verheiratet. Die Cheschließung von Peter (Enkel) muß zwischen 1664 und 1668 stattgefunden haben, da sein ältester Sohn Joh ann 1669 geboren wurde. Al3 Bernhard3 Heiratstag ist der 5. 10. 1672 überliefert. Unter den Nachrichten von Adolph Wilhelm Rocholl ist indessen am be merkenSwertesten die Feststellung, daß Peter (Enkel) zwei Söhne Johann und Peter hatte, die Prediger in DuiSburg wurden. Wenn sich diese auch als Prediger aus zahlreichen Nachrichten klar herausstellen, so ist ihre Abstammung merkwürdigerweise sonst nirgends angegeben. In diesem Zusammenhang sei noch einer mit Vornamen unbekannten Tochter von Peter (Enkel) -- „Richter Rocholl3 Tochter“ -- Erwähnung getan. AlS solche beteiligt fie sich bei der Stiftung der Tafeltücher*). Al3 Richter Ro chh oll kommt nur Peter (Enkel) in Frage. =-- Nach anderer hiervon unab=- hängiger Quelle war ein Johannes Wülfing zu Rade mit einer Rocholl, deren Vorname ebenfalls nicht bekannt geworden ist, verheiratet. Derselbe Wü l = fing stand am 23. 2. 1718 bei der Taufe eines Sohnes vom Prediger Johannes Rocholl in DuiSburg Pate. Diese Tatsache, und daß der Patenonkel die Reise nach Duissburg nicht scheute, sprechen mit großer Wahrscheinlichkeit dafür, daß Johannes Wülfing als Schwager des Duisburger Predigerpaares anzusehen ist, das heißt seine Gattin als Schwester der beiden Prediger und als Tochter von Peter (Enkel). Ganz unklar hingegen erscheint die Stellung von Johann und Maria al3 Kinder von Gottschalf. Louis Rodcoll führt sie als folhe auf; eine Beweisführung hierfür fehlt, und bei der neueren Forschhung wurde nicht die geringste Spur von ihnen gefunden. Sie sind aber Überlieferungsgemäß als Geschwister von Peter (Enkel) und Bernhard, und zwar zwischen beiden, weitergeführt worden. 85) Vgl. Anh. Nr. 23, Bl. 91. 88) Vgl. Anh. Nr. 3. 87) Vgl. Bildtafel 6. 88) Vgl. Anh. Nr. 25. 89) Vgl. Anh. Nr. 23, Bl. 91. 90) Vgl. Anh. Nr. 23, Bl. 232 und 237. 91) Vgl. Anh. Nr. 30.
Seite 49
24 Frühgeschichte (Rochollsberg) Neben den biSher behandelten vier Kindern, Peter (Enkel), Johann, Maria und Bernhard, wie sie die Stammtafel von Louis Rocholl nennt, lassen sich nach den neueren Forschhungen noch zwei Töchter Christiuc und Margarethe klar erkennen. Christine war mit dem Bürgermeister Dietrih Hölterhoff verbeiratet, der um die Jahreswende 1676/77 gestorben sein muß. Es kommt 13. 3. 1677 zu einem ausführlichen ErbauSeinanderseßungövertrag über sehr umfangreiche Ländereien*). Aus diesem Vertrag ergeben sich die Verwandtschaftsverhältnisse, im besonderen die eindeutige Tatsache, daß Christine aus der Ehe Gottshalf Rocholl und Margarethe Moll stammte. Ihr ältester Sohn Peter war 1673") bereit3 verheiratet und zu dieser Zeit schhäkßzungsweise 25 Jahre alt. Wenn Christine mit etwa 22 Jahren heiratete, so ist als Jahr ihrer Geburt 1625 und ihrer Eheschließung 1647 anzunehmen. Margarethe war mit dem Bürgernieister Dr. Wilhelm Üminghaus verheiralet, was auf eigenartige Weise offenbar wurde. Üminghaus8 war zunächst nur als Schwager von Bernhard bekannt“). Dieser bezeichnet ihn 1705 im zweiten seiner drei Briefe*) an seinen Sohn Gottschall (den Kriegs8mann) als dessen Onkel, nämlich „Dein Ohm Wilhelm Uminghaus ist Bürgermeister“, E38 herrschte lange Zeit Unklarheit darüber, welcher Art die Verwandtschaft war, das heißt, ob ÜUminghau3 eine Roholl oder eine Bauendahl zur Frau hatte. Dieses Geheimnis lüftete sich eines Tages durch die bereits erwähnte alte Stammtafelzeichnung"), die, sehr hübsch „stamms= baum“artig dargestellt, auch sonst sehr beachtenSwert ist und wahrscheinlich von Melchior Rocholl in Soest stammt, Sie veranschaulicht im besonderen die Nachkommenschaft des jüngsten Sohnes, Petrus, aus der Ehe Bernhard Rocholl mit Margarethe Bauendahl., Ein weiterer Ast neben dem de3 Bernhard, wie dieser von Gottschalk aussgehend, offenbart nun die Tochter „Margareta Rocholl, verheiratet mit Wilhelm Uminghaus“, ferner als deren Tochter „Margareta Üminghaus uxor Joh. Braß“, und schließlich hiervon abstammend „C. J. A. Braß“. Das sind aber zugleich auch alle Nachrichten, die von diesem Töchternachfommenzweig überhaupt bekannt geworden sind. Margarethe war 1663 noch ledig, jedoch 1673 verheiratet") und wird nach den vorangegangenen Betrachtungen über die Eheschließung von Gottschalf sicher älter als Bernhard (3X 1645) gewesen sein. Rochollöberg"*) Eine Behandlung dieser Familie ist aus zwei Gründen erforderlich, und zwar erstmals wegen der großen NamenSsSähnlichkeit mit Rod oll und zwei2) Vgl. Anh. Nr. 24. 93) Vgl. Anh. Nr. 23, Bl. 235, 92) Vgl. Anh. Nr. 25. 95) Vgl. Anh. Nr. 28. 28) Vgl. Anh. Nr. 23, Bl. 91 und 2838. 66a) Vgl. hierzu auch die anliegende Übersicht Rochollsberg und Anh. Nr. 2.
Hauptband · andere Bände · Blättern auch mit den Pfeiltasten