Erkannter Text Seite 50 und 51
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Frühgeschichte (Rochollsberg) 25 tens, weil ungefähr ein Drittel aller Träger des Namens Rocholl von einer Ro holsberg- Tochter abstammt. Die Schwierigkeit der Aufstellung einer Stammfolge wird dadurch noch erhöht, daß die Familie annähernd ein Jahrhundert früßer in Rade auftritt als die Familie Rocholl, troßdem aber weit dürftigere Forschungsergebnisse über sie vorliegen. Es sind auch nicht annähernd solche Hilfsmittel oder Überlieferungen vorhanden, wie sie die Familie Rocholl bejißt. Dieses erklärt sich aus dem Niedergang der Rochollssberg gegen Ende des 18. Jahrhunderts und ihrem AusSsterben in der Manneslinie im 19. Jahrbundert, zum mindesten in Rade. Eiwa 7 km nordöstlih von Rade liegt noch heute eine kleine Ortschaft Rochollsberg (mit 3 wei l), die offenbar der Familie den Namen (jedoch mit einem 1) gegeben hat. Nach den vorliegenden Urkundenabschriften kommen in der Schreibweise des Namens zahlreiche Verschiedenheiten vor, so zum Beijpiel als Selbsilaut in der ersten Silbe au, o, oe, oi, ou und oy, in der zweiten Silbe o und e, als Mitlaut zwischen den beiden ersten Silben ch, > und X, ferner die Schreibweise mit und ohne [, sowie ß statt 8 und am Schluß noch ein h, jedoch niemals mit zwei [l, In alter Zeit überwog Rohel38berg und Ro>kels3berg, späterhin Rocholls berg. Hiernach wäre die Entstehung des Namen3 so zu erklären, daß sich ein Mann mit Namen Rodel oder Ro >el dort, wo heute die Ortschhaft liegt, ansiedelte, und daß sein Hof, da er tatsächlich hoch gelegen war, Rochel8- oder Rockelsberg genannt wurde. In welchem Zeitmaß fich der Hof zur Ortschaft entwickelte, ist unbekannt. Den Nachrichten zufolge hat er sich bald vergrößert. Auffallenderweise tritt nun aber die Familie Rocholl, deren Name in ältester Zeit (auch außerhalb von Rade) ähnliche Verschiedenheiten aufwies, erst 1590 in Rade in Erscheinung, während die ersten Nachrichten über die Familie Rochollsberg aus dem Jahre 1502 stammen. Läge die Entwicklung umgekehrt, wäre der Zusammenhang sofort klar, und es könnte eine Verwandtschaft oder Abzweigung der Rochollsberxg von der Familie Rod oll gefolgert werden. So aber wird die Häufigkeit der Namensform Rocholl, deren Vorkommen außerhalb von Rade bereits erwähnt wurde, auch hier im Spiele siehen und die Ursache für das völlig getrennte Auftreten beider Familien gewesen sein. In einem Teil der Nachrichten erscheinen Personen mit der Bezeichnung „zu“ oder „von“ vor Nocholsberg. Diese Bezeichnung ist dann ein Flurname. Mit den genannten Vorworten sollie für die betreffenden Personen eine engere oder losere Verbindung zum Hof ausgedrüct werden. Wahrscheinlich setzte „zu“ ein Wohnen am Orte voraus, während „von“ eine frühere Beziehung dazu bezeichnete. Auch die zur lezten Gruppe Gehörigen wohnten außerhalb des eigentlichen Rade. Die Nachrichten über beide Personenkreise verteilen sich auf rund 1?/2 Jahrhundert, reichen mithin etwa bis 1650. Sie sind zahlenmäßig und inhaltlich im Vergleich zu dem langen Zeitraum gering, so daß sie keinerlei Aufstellung einer Stammfolge gestatten. Ander3 sieht es dagegen bei der in Rade eingesessenen Bürgerfamilie Rochollsberg (ohne Vorwort) aus, die seit ihrem Erscheinen zur Oberschicht,
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26 Frühgeschichte (Rochollsberg) das heißt zu den Ratssverwandten gehörte. Bei ihr sind zweifellos ebenfalls Beziehungen zur gleihnamigen Ortschaft spürbar, hatte sich doch der Name Nocholsberg bereit3 zum Eigennamen entwickelt. Hier ließ sich schon eher eine Stammfolge feststellen. Die Zusammenhänge verstärken sichß im 17. Jahrhundert, werden in der nachfolgenden Zeit wieder schwächer und verschwinden schließlich in neuerer Zeit ganz. Die beiden ersten Nachrichten über die Bürgerfamilie Ro holsberg lauten: 6. 3. 1563 Theye3 Roy>elß berg und Fia (Sophia) eluyde (Eheleute). 1. 3. 1365 Wylhelm Roy >elßberg Scheffe zu Radevormwald. E3 konnte im Rahmen der Stammfolge der Familie Ro ch oll nicht die Aufgabe werden, eine in3 einzelne gehende Stammtafel der Familie Rocholl8berg aufzustellen. Sie spielt hier, im Ganzen gesehen, nur eine Nebenrolle. Bedeutsam ist sie für die Familie Rocholl aber dadurch, daß sich zwischen beiden Familien zeitweise enge Beziehungen feststellen lassen, die schließlich ihren hervorragendsten Ausdruc> fanden in dem erfreulichen Chesegen des Bürgermeisters8 Johannes R o ch oll und seiner Gattin Anna Maria Rochhelsberg. Diese Frau schenkte ihrem Gatten nicht weniger als 21 Kinder und wurde dadurch zur bedeutendsten Mutter in der Familie Rocholl. Die Übersicht „Stammfolge Rochollssberg“ veranschaulicht die Bürgerfamilie wenigstens einigermaßen in ihrer Blütezeit. Infolge de3 Fehlens der Kirchenbücher der ref, Gem. für die Zeit vor 17709 war eine Verbindung mit den weiteren in Rade ermittelten Namenzsträgern") unmöglich. Die dargestellte Entwicklung der Familie ist mit derjenigen der Familie Ro ch vll nicht vergleichbar. Diese wuchs fortschreitend schier ins Ungemessene, jene nahm ab und verschwand schließlich ganz. Und doh fließt, wie bereits bemerkt, in etwa einem Viertel aller Namensträger R o chh oll auch Rochollsbergsches Blut. -- In der Darstellung wurden die Vorfahren der Anna Maria Rochollsberg etwas eingehender behandelt. Die Stammfolge veranschaulicht auch die Mannigfaltigkeit der zu ziehenden Schlüsse, wenn nur unzulänglice Quellen zur Verfügung stehen. Aus diesem Grunde erfolgt die Veröffentlichung unter allem Vorbehalt. 97) Vgl. Anh. Nr. 2. iir
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