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RaderRocholl

Anhang

Ergänzungen, Urkunden und Nachträge
Seite 1818
Seite 1919
Erkannter Text Seite 18 und 19

Maschinell aus dem Scan gelesen. Fraktur wird nie fehlerfrei erkannt — zum Auffinden gedacht, nicht zum Zitieren.

Seite 18

Anhang Nr. 3 291

Eine spätere Hand, augenscheinlich die desselben Bernhard, nahm oben über
dem Namen Adolph Wilhelm folgende Eintragungen vor: „Bernhard Rocholl
mein Seeliger Groß Vatter (IV 8) ist geboren 1645 ist im HERRN entschlafen 1708
alt 63 Jahr ruhet zu Radevormwald“ und neben dem Namen Adolph Wilhelm:
„Mein lieber Vatter Scel. erblickte da3 Licht dieser Welt 1680 den 20. Okt. starb
sanft und seelig 1737 den 10. July. Brachte also seine kurkße LebenSszeit auf 57 Jahr
und ruhet in Gott zu Corbach. Ist verheiratet gewesen mit Christina Bruderin
ao 1711. Mit eines lutherischen Predigers Tochter aus Ensa bürtig. Meine liebe
Seel. Mutter starb 1724,“

Die 2. Seite. Hier beginnt derselbe Bernhard, die Abstammung ab Gottschhalf planmäßig darzustellen. Es folgt die Wiedergabe der Eintragungen der
oberen Seitenhälfte. Offensichtlich haben hier in jüngerer Zeit vereinzelt Ergänzungen stattgefunden, die der Schrift nach vermutlich von Bernhards Enkel Karl
No Holl (VDI 5) stammen. Sie lauten:

1. Godichhal>d No ho ll Mein Uhr Groß Vatter Seel.

Nachtrag: Tuch Fabrikant in Radevormwald. 3X 1591, BZ 1665.

92. Bernhard Ro ho 11 Mein Seel. Groß Vatter alt 63 Jahr starb 1708 sanft und

Seel. und hinterließ:

Nachtrag: (zu Groß Vatter) in Radevormwald geb. 1645, (ferner) aus erster
Ehe mit Margaretha Bauendahl Z% 1693 (nämlich hinterlassen)

3. Adolph Wilhelm No chholl Mein lieber Vatter Seel. starb 1737 in Corbach
alter8 57 Jahr.

Nachtrag: Kaufmann in Corbach geb. 1680 den 20. Oct.

4. Bernhard R o holl mein Oheim Prediger der Reformirten Gemeine zu Santen
verstarb feel. 1731 feine8 Alters 47 Jahr.

Nachtrag: geb. 14. Apr. 1683 verehelicht mit Anna Catharina Jorrissen geb. 1692.

5. Johanne38 Rocholl mein Schwieger Vatter starb 7. Mertz 1760 ist gebohren

1689 den 9. Apr.

Nachtrag: Bürgermeister. (hinter dem X Datum) in Radevormwald.

6. Anna Maria Rochollsberg meine Schwieger Mutter ist gebohren 1693

28. Merß.

7. Peter Rocholl mein Oheim ist gebohren 1692 ist Seel. verstorben in Soest.

Nachtrag: ZK 1742 (wa3 aber nicht stimmt, sondern 1754) verehelicht mit
Andernach (trifft ebenfalls nicht genau zu, sondern 1. mit
Keller, I. deren Schwester verwitwete Andernach).

8. Godschhal> Ro ch oll mein Oheim ist Seel. verstorben zu Corbach.

Nachtrag: geb. 1676, in Dänischen Diensten.

Die untere Hälfte der 2. Seite ist wegen der erwähnten Beschädigung des
Blatte3 überklebt. Die hier gemachten Eintragungen sind weniger wichtig, weil sie
nicht von Bernhard (VI 6), sondern von seinem Enkel Karl (Vi 5), also aus
neuerer Zeit stammen.

Auf den nächsten etwa 4% Seiten folgt der Kasseler Zweig, beginnend mit
Bernhard und seinen Kindern.

19*

Seite 19

292 Anhang Nr. 4
Nr. 4
Streit zwischen dem Ur-Peter (St.f. ll) und Claß im Gartenhaus
Vermutlich aus den Beyenburger Gerichtsakten
1590 den 19. Monatz February uff Montagh

Al3 heutt dato Peter No > h oll von wegen einer verkaufften Haußplaßen den
er von Peter Sm itt und seiner Kinder Vormunder gekaufft und den Verzigh einbringen wolle und Ihme dieselb Haußplaßz wegen der recht streitigkeitt besperret und
fich höichlich beclagett, und angeben, das sein Hauß gebauwett und großen schaden
darahn leide, dernwegen batt einsehen8 darinn zu thoin womitt ehr zu ende geworden mogen. -- Eß ist berabscheidt das beide Partheien zu erorterungh des angezoge streiß Inwendigh achtt tagen beilagh thoin sollen, gestalt darüber zu consulieren, welch3 anstundt geshen foll womitt der sachen sleunigh abgeholffen werden
muge. Reter Sm itt betzeuget sich von allem Hinder Kosten und schaden so ime
von wegen sulcher besperrungh zugewent und kunfftigligh zugewendtt werden mag.

Anno 1591 den 17. Juny
Ist das Burgergericht zu Rade fiir dem Walde gehalten.

Erschein Peter Ro >h oll und batt Bann und Fridden Ime widderfahren zu
lassen über seine Haußplat neben Ro>eßberghauß Infunderheitt wiell ehr einen
Receß und des H. Renthmeister8 Handtt darin ehr bei dem Haußplatß gehandthabtt,
Ist nachmals außgeruffen 1. 2. und zu 8ten mahll Claß im Garterhauß hatt
sulchen Bann und Fridden nachmalen widdersprochen. Ist durch die Sceffen den
Garter Erben ufferlacht sulhes8 ursachen antzuzeigen, warumb sie sulchhen Bann
und Fridden verhindern wollen, sufien soll in dem geschehen waß rechten3.

Im heutigen Deutsch lautet die vorstehende Urkunde etwa
folgendermaßen:

Peter Ro ch oll hat einen Hausplaß neben Rochollösbergs Haus von dem
Witwer Peter S ch mitt und dessen Hindern gekauft. Nach Errichtung seines Neubau8 machen Claß (= Nikolas) im Gartenhaus und seine Miterben Rechte an
dem Grundstück geltend und lassen e38 sperren. Peter Rocholl droht mit Nücktritt
(Verzicht) vom Kauf und mit Schadenersaßansprüchen.

Am 19. 2. 1590 wurde den Parteien eine Frist von 8 Tagen gestellt, wobei sich
Peter Schmitt gegen alle Kosten und jeden Schaden verwahrt. Ob es zu der
Aussprache gekommen ist, läßt sich nicht ersehen. Jedenfalls bestand der Streit noch
am 17. 6. 1591. Hier bat Peter Rocholl um gerichtlichen Ausspruch seine3 ungestörten Eigentums, gestüßt auf ein Abkommen des Rentmeisters5. Dieses hatte
ihm beim Erwerb vorgelegen. Nach Aufgebot dritter Berechtigter widersprach Claß
im Gartenhaus. Seine Partei werde alsbald Geltendmachung ihrer Rechte
aufgeben bei Androhung des Verluste3, im Falle dies nicht geschehe.

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