Erkannter Text Seite 34 und 35
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Anhang Nr. 26--27 307 Ztem hat mein Schwager Herr Wilhelm Ueminghaus mir gut gemacht und bezahlt 24 Rtlr., 48 Albus, 1?/2 Heller. Am Schluß bheißtes: Daß diese zweijährige Abrechnung dero zeitlichen Provisori3 Bernhard Rocholls im Beisein untenbenannter Herrn fleißig nachgesehen, beschlossen und richtig befunden worden, wie oben stehet, solhe8 wird mit der Unterschrift der anwesenden Herren bekräftigt. So geschehen Rade vorm Walde in de3 Herrn Bürgermeisters Haus den 15. Marty 1680. Nr. 26 Peter Rocholl (Enkel) -- St.f. IV 6 -- gegen die Lutherischen Aus einer Bittschrift an den Landesherrn. 1681 Archiv der luth. Gem. zu Rade „».. Worauff sich ferner zugetragen, daß alß unser gebrauchter Pfarrherr die vicarius von Lennep mit den Schulmeisteren sub dato fide securitatis zu damahligen Bürger-Meisteren Peteren Ro cho ll gegangen, gestalt sic über diese feindselige procedur zu beschweren, daß derselbe diese Beede, wie auch den Haußwihrt in deßen Hauß der Gottesdienst angefangen worden, in eine vermeinte große geltstraff anmaßlichen deklariret, den Schulmeister mit dem eysen, so de3 entdss zum Vorjhein gelegt, beträhet, und mit denselben nicht anders, alß wann sie e8 mit offenbaren Meißethätern zu Thun gehabt hätten, und dieses alles umb so viel damehr ohn verantwortlichen, weilen wir besagten Bürgermeyster Ew. Hochh-Fürstl. Durchlauchht Beambten recessum, wobey unß das exercitinm publicum zugestanden, etliche Tage zuvor insinuieren laßen, undt unß diesemnach einer solchen offenbahren gewaldt nicht versehen gehabt haben.“ -- Nade war seit 1591 reformiert. Die lutherische Gemeinde wurde erst 1707 in Nade gegründet. Mit geheimer Abhaltung von Gottesdiensten begannen die Einführungsbestrebungen der Lutherischen, die fic mit den Reformierten in jener Zeit mehr befehdeten, al38 zum Beispiel beide Teile mit den Katholiken. Solcher Gottesdienst war -- vermutlich von ref. Seite --- gestört worden. Hiergegen beschwerte man sich beim Bürgermeister mit argem Mißerfolg, worauf die Obrigkeit von den Lutherischen angerufen wurde. Nr. 27 -Bernhard Rocholl (St.f. IV 8) gegen Pfarrer Hofius Gemeinde Prozeßakten 1680/93 der ref. Gem. zu Rade „Anno 1690 den 18. Okt., da der prediger Gruiterus8 eine mahlzeit in seine8 Schwager3 johannes Hermin>hauß hauße angestellet, hatt Bernhard Rocholl öffentlich in pregentia multorum Doctoris Aalhaußen, Wilhelm ümin>- 20*
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308 Anhang Nr. 28 hausen, Arnold Rochelsbergs8, Stephan Hermin>haußen, Adolph Hermin>haußen etc. über Hofium grausam gelästert, gescholten Aicendo quod nequam et adulter Sit.“ Wierius Hofiu38, 1674-1725 Pfarrer zu Rade, stand mit der Gemeinde, die sich mehrfach über ihn beschwerte, schlecht, so daß Verhöre und Versöhnungs8versuche seitens der Synode nötig wurden. Hofiu8 war der Nachfolger von Pfarrer Johann Gruiter gewejen. Dessen Sohn, Prediger Gruiter, von auswärts kommend, lud seine Freunde bei feinem Schwager Johannes Herminghaus zu einer Mahlzeit ein, wobei sic Bernhard Rocholl über Hofius -- in anscheinend sehr schharfen Worten -- geäußert hat. Nr. 28 Drei Briefe des Bernhard Rocholl (St.f. IV 8) an seinen Sohn Gottschalk (St.f. IV 8b) aus den Jahren 1705/6 1, Brief. . Meinem lieben Sohn Gottschal> Rocholl. Reuberen unter H. Major Bornefeld. Compania, Im Lager. - Lieber Sohn Gottschalc> Rocholl. Deine Gesundheit war un3 eine angenehme herzliche Freude zu vernehmen, wir seindt Gott sei Dank noch frisch und gesund, ich habe keine Briefe von Dir in langer Zeit empfangen, als den Du aus Zupfen geschrieben hast, jeßo mustu erfahren was man im Krieg suchen kann, doch es ist Gottes Wille, wornach Du Dich reguliren mußt, so befehle Dir hiermit nun väterlich, daß Du Dich ehrbar, fromm, aufrichtig, züchtig u. woll verhalten sollest, Deinen vorgesetzten Hn. Officieren gehorsamb, Deinen geleisteten Eid und Pflichten nicht vergessest, und Dich also verhalten sollest, wie das einem ehrlichen Menschen woll anstehet. Begebe Dich zu keiner böfer Gesellschaft, lasse Dich genügen mit Notorfft, thue Niemandt außer Commando Gewalt; Stehlen, Rauben und Sauffen, Spielen, Plündern lasse ferne von Dir sein; in allem wa8 Du thuest und anfängest mache daß vor dem höchsten Gott zu verantworten könnest, den allhier eine kleins Zeit, derohalben nach der ewigen Seligkeit mit Fleiß zu trachten, denn die Ewigkeit hat kein Ende: Bitte und ermahne Dich denn al3 ein Vater sein Kindt zu thun schuldig ist, daß Du fleißig Tag und Nacht Gott vor Augen haltest, selben umb Vergebung Deiner Sünden mit Andacht anruffest, keinen Gotte3 Dienst verabsäumest, nicht gedenkende: ich bin ein Soldat, ich kann nicht alfo heilig leben. Gedenke aber mein Kindt, daß vor Gotte3 Augen nichts verborgen; Gott ist zwaren barmherzig und langmüthig, aber endlich, wenn man sich nicht zu ihm befkehret, ist er auch ein gestrenger Richter, u. strafet zeitlich und ewiglich. Gott dem Höchsten ist bewußt, ob Du mich wieder finden oder sehen mögest, derohalben ermahne Dich vätterlich zum Gebet und gehorsamb Leistung Deiner Pflichten, worzu Du Dich begeben. Komme mir aber nicht unter die Augen, Du bringest denn einen ehrlichen Abschied mit Dir. Dein Bruder Bernhard wird in 8 Tagen von Bremen kommen, u. hoffe ahn selbigen meine Freude zu
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