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RaderRocholl

Anhang

Ergänzungen, Urkunden und Nachträge
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Erkannter Text Seite 36 und 37

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Anhang Nr. 28 309
sehen. Lasse nicht ab per Posto so bald Dir möglich auf Cölln entweder in die Cron
oder H. Ludwig Jürgens (durch ein Couvert an mich zu bestellen) zu schreiben,
so kann ich endlich wissen wo Du in der Welt seiest. Unterdessen befehle Dich neben
uns allen Gott dem Höchsten in seinen gnädigen Schuß. Datum Rade vorm Walde
den 22, August 1705.

Kannst auch woll auf Frankfurt in die schwedische Cron schreiben. Von Deiner
Mutter brüder und Schwestern freundlich gegrüßet fo Dich auch Gott mit befehlen
1t. vor Dich bitten.

: Dein lieber Vatter
B. Rocholl
2, Brief.
Lieber Sohn Gottschal>

Deine Gesundheit war mir eine angenehme Freude zu vernehmen; wir seindt
Gott sei Dank noh frisch u. gesundt, ich bin zum höchsten verwundert gewesen daß
Du aus Brabandt nicht ein mahl geschrieben, nun habe von Hindrich Ku per vernommen, daß er von 2 Deserteurs vernommen, wie daß Euer Negiment in Zwoll
einquartirt, derowegen mich dieser Gelegenheit bediene umb zu vernehmen wie es
umb Dich stehe. Bitte derowegen mir Deine Umstände zu beschreiben, wie e3 Dir
Zeit währender Campagne gegangen. Und halte Dich ehrlich und woll, im gleichen
auch netto in Deinem Habith: sv daß Du nicht gehest wie Lumpen daher: halte Dich
galant, so daß Du Chre darvon haben mögest. Und wenn Deine Zeit zum Ende ist,
wie Du mit Deinem H. Hauptmann capitulirtest, so mache daß Du einen ehrlichen
Abschied bekommest, u. komme mir ohne ehrlichen Abschied nicht nach Hause; ich
werde künftige Woche auch ahn Deinen H. Major schreiben: wenn ich nur wüßt wo
er mit seiner Compagnie logirt. Hiermit Gott in Gnaden befohlen.

Wenn Du mir geantwortest und Rade vorm Walde 1706 den 7. Jan.
Deinen Zustand mir zugeschrieben, will Dein lieber Vatter B. Nocholl
ich Dir sogleich wieder schreiben. Dein Dehm Ueminghaus ist Bürgermeister.
3. Brief.
An Golttschhal> R och oll Marquetender bei dem Königl. Dänischen Shmittau'"'
schen Regiment. Anzutreffen im Brabande Lager. per Freund
Lieber Sohn Gottschalf Ro ch oll

Dein vom 14. Juli aus dem Lager bei Cortrich (?) gethane8 Schreiben habe
woll erhalten, Inhalt dessen woll verstanden, so rathe Dir, daß Du Deinen Abschied
woll verwahrest besser al8 Gelt, damit Du ehrlich nach Haus kommest: Danke Gott
für Erhaltung Deiner gesunden Glieder, u. sei fleißig daß Du noch einen Stüffer
Geld verdienest, 1. hüte Dich für böser Gesellschaft, Kartenspielen und anderen
Lastern u. komme nach Haus: Deine Schwester Margareta hat vor 8 Tagen Hochzeit
gehalten mit Joh. vorm Kattenbusch: Deine Brüder A. Wilh., Bernhard, Johann und Peter seindt jeßo alle hier, lassen Dich grüßen, werden
Gott für Dich zusammen bitten damit Du noch einmal gesund wieder nach Haus
fommen mögest, wann Dir Gott Glück würde bescheren u. Du etwas vor Di ge-

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310 Anhang Nr. 29
bracht: Mache Wefel in Antwerpen, Bei H. Daniel Bischop. Und schreibe mir mit
erster Post wieder, wie e3 Dir gehet.
Hiermit Gott befohlen. Datum Rade vorm Wald d. 2. August
P, S. Sage Hans Peter Bafenschlä- 1706.
ger daß seine Mutter noch gesund sei : vr
und lasse ihn grüßen, u. sag daß er fich Lein lieber Vatter
ehrlich halte u. bald schreiben möge. Im- B. Rocholl.
gleich von Hü > ing schreibe uns auch
wie e38 umb ihn stehe,
Nr. 29
Brief des späteren Pfarrers Bernhard Rocholl (St.f. V 4)

an seinen Bruder Gottschalk Rocholl (St.f. IV 8 b)

A monsier Gottschal? Rocholl mon cher fröre post a Campen.
Wesel, den 20. Januar 1706.

Herzlich geliebter Bruder

Ohngefähr vor 14 Tagen kam H. Henrik Kuper von Amsterdam hier durch
Wesel umb nach Hause zu reisen, da er dann zugleich mich zusprach und mir den erfreulicen Bericht gab daß er zu Amsterdam gehöret wo Du anzutreffen seiest, und
welches mich sonderlich erfreuete, daß Bruder noch wohlauf wäre. Derowegen habe
ich aus brüderlicher Pflicht mich verbunden zu sein erachtet, umb diese meine wenigen
Zeilen an ihn abgehen zu lassen, um nicht allein meinen u. soviel mir wissig ist von
der Unserigen Zustand zu Hause zu wissen zu thun sondern auch mich nach dem
Deinen Zustand zu erkundigen, von welchem mir von Herzen lieb zu vernehmen
wäre daß er noch woll wäre. Mich angehend so habe dem großen Gotte zu danken
daß er mich bi3 hiehin gnädiglich bei guter Gesundheit und Wolergehen erhalten.
Von unsern Eltern habe zwar in langer Zeit keine Briefe erhalten, dennoch ist mir
von Peter Kaschiper, welcher vor dem Christfest allhier bei mir gewesen, berichtet, daß es zu Rade noch wohl stehe. Gott sei davor gedanket und gebeten, daß
er uns allerseit3 noh lange dabei erhalten, daß wir Ursach mögen haben dem großen
Gott dafür zu danken. -- Wa3 sonsten meinen Zustand angeht berichte kürzlich, daß
ich ohngefähr vorm halben Jahr bei Sr. Excellenz dem Grafen von Lottum,
Gouvernorem der Stadt und Citadel Wesel bei seinem jungen Herrn als Hoffmeister
in Dienste gekommen, bei welhem im Sommer, wenn er sich auf seinem Schloße
Huet nahe bei Nees gelegen aufhält, alle Sonntag predigen muß und über dem
den jungen Grafen informiren, im Winter aber weilen wir aus alsdann zu Wesel
aufhalten bedarff (nicht?) zu predigen. Mein Gehalt ist so omtrent 50 Thlr. dabei
aber die gräfliche Taffel habe.

Zu Rade hat man auch eine Predigernotey an des H. Neils Stelle, welcher
von dannen nach Solingen berufen ist, da e8 dann wunderlich hergebet, sintemal
Viele den jungen H Herminghaus8 absolute zum Prediger haben wollen,
dannenhero die Gemeinde streitig ist; wie es noch wird abgehen wird die Zeit
lehren.

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