Erkannter Text Seite 38 und 39
Maschinell aus dem Scan gelesen. Fraktur wird nie fehlerfrei erkannt — zum Auffinden gedacht, nicht zum Zitieren.
Seite 38
310 Anhang Nr. 29 bracht: Mache Wefel in Antwerpen, Bei H. Daniel Bischop. Und schhreibe mir mit erster Post wieder, wie e3 Dir gehet. Hiermit Gott befohlen. Datum Rade vorm Wald d. 2. August P, S. Sage Hans Peter Bafenschlä- 1706, ger daß seine Mutter noch gesund sei 7 und lasse ihn grüßen, u. sag daß er sich Lein lieber Vatter ehrlich halte u. bald schreiben möge. Im- B. Rocholl. gleich von Hü > ing schreibe uns auch wie e3 umb ihn stehe, Ir. 29 Brief des späteren Pfarrers Bernhard Rocholl (St.f. V 4) an seinen Bruder Gottschalk Rocholl (St.f. IV 8 b) A monsier Gottschal?f Rocholl mon cher fröre post a Campen. Wesel, den 20. Januar 1706. Herzlich geliebter Bruder Ohngefähr vor 14 Tagen kam H. Henrik Kuper von Amsterdam hier durch Wesel umb nach Hause zu reisen, da er dann zugleich mich zusprach und mir den erfreulicen Bericht gab daß er zu Amsterdam gehöret wo Du anzutreffen seiest, und welches mich sonderlich erfreuete, daß Bruder noch wohlauf wäre. Derowegen habe ich aus brüderlicher Pflicht mich verbunden zu sein erachtet, umb diese meine wenigen Zeilen an ihn abgehen zu lassen, um nicht allein meinen u. soviel mir wissig ist von der Unserigen Zustand zu Hause zu wissen zu thun sondern auch mich nach dem Deinen Zustand zu erkundigen, von welchem mir von Herzen lieb zu vernehmen wäre daß er noch woll wäre. Mich angehend so habe dem großen Gotte zu danken daß er mich bi3 hiehin gnädiglich bei guter Gesundheit und Wolergehen erhalten. Von unsern Eltern habe zwar in langer Zeit keine Briefs erhalten, dennoch ist mir von Peter Kaschiper, welcher vor dem Christfest allhier bei mir gewesen, berichtet, daß es zu Rade noch wohl stehe. Gott sei davor gedanket und gebeten, daß er uns allerseit3 noh lange dabei erhalten, daß wir Ursach mögen haben dem großen Gott dafür zu danken. -- Was sonsten meinen Zustand angeht berichte kürzlich, daß ich ohngefähr vorm halben Jahr bei Sr. Excellenz dem Grafen von Lottum, Gouvernorem der Stadt und Citadel Wesel bei seinem jungen Herrn als Hoffmeister in Dienste gekommen, bei welhem im Sommer, wenn er sich auf seinem Schloße Huet nahe bei Nees gelegen aufhält, alle Sonntag predigen muß und über dem den jungen Grafen informiren, im Winter aber weilen wir aus alsdann zu Wesel aufhalten bedarff (nicht?) zu predigen. Mein Gehalt ist so omtrent 50 Thlr. dabei aber die gräfliche Taffel habe. Zu Rade hat man auch eine Predigernotey an des H. Neils Stelle, welcher von dannen nach Solingen berufen ist, da e8 dann wunderlich hergebet, sintemal Viele den jungen H Herminghaus8 absolute zum Prediger haben wollen, dannenhero die Gemeinde streitig ist; wie es noch wird abgehen wird die Zeit lehren.
Seite 39
. . Anhang Nr. 30 311 H. Adolph Bauendahl der Alte und de3 H. Dr. Alhausen Hausfrau sind gestorben. S. Peter Hölterhoff ist an des abgelebten H. Bauendahl's Stelle zu einem Natsherrn erwählet worden, und unser Oheimb Dr. Uemingbaus ist Bürgermeister. Man hat zu Hause spargiret, als sollte Wilhelm Ben - ninghoff in der Fremde gestorben sein; obs wahr ist weiß ich nicht. Uebrigens wünsche ich Dir ein glücselig neue8 Jahr, (daß) Gott der Herr Dich wolle gnädiglich erhalten und zu feiner Zeit in Gesundheit wieder zu un3 führen; Gott gebe Dir dieses und viele folgende Jahre, was Dein Leib und Seele nag selig machen. Schließlich ermahne Bruder brüderlich, daß er sich halte nicht nur wie e3 Soldaten sondern Christen gebühret, fürchte Gott und halte seine Gebothe, fleuch und meide böse Gesellschaften welche gute Sitten verderben, meide allerlei leidliche und unnüßliche Spiele, Unkeuschheit und Unreinigkeit laß nicht von Dir gesaget werden, gehorchhe denen die Gott über Dich gestellet hat in dem Herrn, gegen Deine hospitess jei freundlich, was Du wolltest, daß Dir jemand thäte daß thu Du ihm, so wird Dich Jedermann lieben. Summa in allen Dingen halte Gott vor Augen, so wirst Du nicht Sünde thun; bedenke daß Du sftierben mußt, so wirst Du nicht sorglos sein; wandie mit Abraham für Gott, so wird er dein Schild und großer Lohn sein. Wie es Dir bis hiehin gegangen in Deinem Soldatenleben verlange mit Schmerzen zu vernehmen, darumb ersuche Dich, daß Du nicht unter lassest mit erster Gelegenheit mir desfelbigen Kunde zu thun. Hiemit schließe ih und befehle Dich und Unsrigen sämmtlich in den Schuß Gottes und verbleibe Dein Dich liebender Bruder Bernhard Rocholl. P. S. Ich habe noch einen Brief vom Vatter bekommen an Dich geschrieben, den habe ich verlegt und weiß nicht wohin ich ihn gelegt habe; wie ihn finde werde ihn übersenden, bitte nur um Vergebung. Dein Brief vom 6. Januari hat Vatter empfangen. Wenn Du auf die poste schreibest und auch an Vatter schreiben willst so lasse sie auf Wesel gehen, Da Du sie kannst bestellen. An Johannes Peter Salefeld wohnend in der Sandstraßen in der Stadt Essen so werden fie wohl bestellet werden. Eben hatte den Brief zugemachet, siehe da bekomme von Vatter eingeschlossen. Nr. 30 Süstung von Taseltüchern Archiv der ref. Gem. zu Rade Anno 1709 den 3. Dezember haben in hiesiger Statt und Bürgerschhafft rade vorm wald der reformierten religion zugethane Junggesellen und Jungfern zur Ehre Gotte8 auf Gutachten eines Chrwürdigen Consistorii hieselbst zu behuff 2 newer tafeliücher in unsere reformierte Kirche:
Anhang · andere Bände · Blättern auch mit den Pfeiltasten