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RaderRocholl

Anhang

Ergänzungen, Urkunden und Nachträge
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Erkannter Text Seite 52 und 53

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324 Anhang Nr. 36
13. Johann KnevelS ccc. 1726-4729
14. Heinrih JAgEeLX accococnenenii 1729-4758
15. Johann Gerhard Straßmann ........ 1750-1760
16. Korneliu38 Engel ..cccccbeo 1759-1802
17. Johann Christoph Finken .............. 1761-1785
18. Peter TermeßB ....cccciciiiiiiic 1786-1827
19. Friedrich Haa ....-boiociieii- 1806-4807
20. Johann Heinrich HIfer 4.44 +++ +. 1807-1843
21. Karl Friedrich Nu dolf cc -b- 1882--1838
22. Ernst Friedrich Ball ........ bbb +b... 1838-1857
23, Gottfried Daniel Müller .............. 1844-1890
24, Karl Krummacher .......c-b bc 1857-1863
25. Reinhard Vowinkel ..........+.+++..-.-. 1863-1872
26. August Bergfried -......oc+bob 1872-4883
27. Reinhard PoB ....ccccccccccccn nn 1883-1890
28. Paul Kind .....cccccccceiiiieiie 1890-1894
29. Ernst WEeYEeXxMUaNN .uccccccüciccccec cr 1891-1925
30. Wilhelm KolfhauB ....--- + o++------- 1896-1902
31. Hermann Pollmann ..........- +... 1902--
Nr. 36
Eine Niederschrift von Johann Bernhard Rocholl (St.f. V11 33)

„Ein Nachdenken nach unserem Tode vor unsere Kinder“.
„Von den wichtigsten Begebenheiten von 1786 bis 1804".

1786, 1. März, kam ich von Elberfeld und fing hier in Nade meine KupferIchlägerprofession als Meister an mit einem geringen Vermögen, welches bestand in
50 Nthl. und lehnte noch 50 Rthl. dabei. Arbeitete mit dem größten Eifer bis 1787.
Erwarb mir in der Zeit einige Möbel.

Verehelichte mich mit einer Jungfrau Anna Catharina Garschhagen am
22. 5. 1788; deren Vermögen bestand in bar 250 Rthl. und einem Garten, wo wir
beide unter Gottes Segen mit dam wenigen Vermögen durch Arbeit und viel Sorgen
bauten und tüchtig erwarben. Im Jahre 1793 erbte auf dem Graben eine halbe
Wiese und die andere kaufte dabei. Nach dem Ableben meiner Eltern zu Westhofen
erbte ich noch ca. 2000 Rthl. Dabei haben wir erworben, daß wir unser mobiles
Vermögen nach einer Aufnahme unserer Ware vor dem Brande in 1802 gebracht
hatten bis 4000 Rthl. und dachten in unserem Alter unser Leben beruhigter zuzubringen und dann von den tausendfachen Sorgen unseren Nußen zu ziehen. Allein
unsere Wege sind nicht Gotte3 Wege. Den 24. 8. 1802 morgens zwischen 9 und
11 Uhr ruft man „Feuer“. Ich auf meinen Pantoffeln dem Feuer zu und dachte
gar nicht, daß solchhe3 an mein Vermögen kommen könnte. Bei allen Anstrengungen
der Spriße konnte ich nichts helfen und war ganz erstaunt, und stand mit meiner
Frau und 4 Kindern vor dem brennenden Hause mit weinenden Augen und wußten
nicht wohin, fast nackend und voller Hunger und Durst. O welch ein trauriges

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Schickfal, wo Gott alle Menschen vor bewahren möge! Dadurch wurden wir wieder
in den elenden Zustand verseßt, wo wir nicht nur verloren ein gute8, von uns neu
erbaute3 Saus, welches 1000 Rthl. wert war, sondern auch ein Vermögen verloren
von Eisen, Kupferwaren und Haussmöbeln von 1540 Rthl. in Zeit von 2 Stunden.

Nach dem großen Strafgerichte war Gotte38 Güte gleich wieder bei uns und
suchte von allen Seiten mit vollen Händen herbei zu eilen und un3 wieder in Nahrung und Kleidung zu seßden. Möchte doch unser Herze in gleichen Fällen wieder
auch so denken! Den 3. Tag nah dem Brande versuchten wir auf dem verlorenen
Hausplaßz den Schutt wegzuräumen und erbauten uns zu unserem Obdach eine
Strohhütte, wo wir einen ganzen Winter haben zubringen müssen bi3 auf den
Sommer 1803. Durch die Einrichtung der Straßen fiel unser Hausplaß gänzlich
weg und wurden gezwungen in den Stadtgraben ein neues Haus zu bauen, da38 wir
14 Tage nach Pflingsten aufrichteten. 4 Wochen nachher mußten wir solches schon
bewohnen, denn unsere Strohhütte war durchgebrochen. Den Winter über war es
darin so kalt gewesen, daß wir troß starkem Heizen uns kaum erwärmen konnten.
Doh hielt uns Gott in Gesundheit. Zur Hülfeleistung de8 neu erbauten Hause3
zogen wir aus der Brandkasse 160 Nthl. Mein Bruder Peter aus Lippstadt besjhenkte uns mit 110 Rthl. Aus milden Beiträgen aus der Gemeinde und Elberfeld
wurden 190 Nthl. gegeben. Mein Freund Bär (Bähr) aus Kassel, welchher unser
Elend in der Strohhütte sah, beschenkten uns mit 6 Louisdor und sammelte unter
seinen Freunden 36 Rthl.

Nr. 36/2
Brief des Bernhard Rocholl, Wesel (St.f. Vi 14), vom 12.9.1804
an den Justizbürgermeister Adolph Wilhelm Rocholl, Soest
(St.f. V17)
Insonders hochhzuehrender lieber Vetter!

Ichh schäme mich! Kaum darf ich es wagen, die Feder zu ergreifen. Denken Sie
aber ja nicht liebster Herzen3-Vetter, als wenn ich miß Ihrer würdigen Freundschaft
zu entziehen suchte, es hat mir an meiner Seele wehgethan, daß ich Ihr Schäßbares
und so sehr Freundschafts einladendes Schreiben nicht habe beantworten können;
meine Lage war aber um die Zeit, als ich Ihren Brief erhielt, bedauern3= und mitleidenöSwürdiGg; wenn die wegen der aöttlichen Fürsehung da38 Herz treffen. -- Die
gütige Gottesregierung gab mir in meiner Laufbahn, eine des arößten Segen3, eine
vernunftvolle und treue Gattin, womit ich den 19. März diese38 Jahres eine Reihe
von 25 Jahren in aller vollkfommendster vergnügter Che durchlebte, doch schon trug
sie seit einigen Jahren einen schhwächlihen Körper. Diese ihre traurige Lage vermehrte sich aber durch den Tod unseres jüngsten Sohnes im Oktober 1802 und
endete in einer tödlichen Brustkrankheit und Auszehrung.

E3 war den 12. 6. 1804, wo mich der unwiederbringliche Verlust, der lange
gefürchtete Schlag traf, da der unendliche Teil meiner geliebten Gattin die zum
Einsturz völlig bereitete Hülle verließ und zu ihrem Schöpfer zurüdkehrte. Sie lebte
nur an die 50 Jahre. Jhr Leiden war stark und besonders in den lezten 3 Monaten
ihre3 Lebens, aber auch nicht gering war ihr Viut und ihre Gelassenheit an den
Willen Gotte8, durch den Trost des Evangeliums unterstüßt; und diese gewährten

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