Erkannter Text Seite 54 und 55
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326 Anhang Nr. 36/2 ihr auch bis auf den lezten Hauch ihres Erdenleben3 ein Suchen und zugleich eine gelassene Stärke und Kraft; feuerten endlich ihr Verlangen, und mit diesen Waffen ausgerüstet segnete sie das Zeitliche und entfloh meinen Armen. O, lieber Vetter, hätten Sie sie gekannt, Sie würden fühlen, wie viel ich und meine beiden Kinder durch ihren Tod verlieren, und unsere Thränen dieses Verluste8 billigen. Doh! Sie lebt; sie wird und kann uns nicht vergessen, und meine Trennung ist vielleicht kurz, ein freudige38 Wiedersehen belebt unsere Hoffnung und sicheren Trost. Aber ein fühlende3 Herz denkt noch immer an die vergangenen frohen Stunden zurück. Dunkel sind die Wege der Fürsehung. Sie begreifen e3 also bester Vetter, daß es nicht Kaltsein in der Verwandtschaft ist, warum ic mit einem so langen Stillichweigen antwortete, welchhe3 zu entschuldigen bitte. Gern hätte ich das Ansuchen wegen des Graf von Bielard mit Vergnügen leisten wollen, wenn es nur ausfindig zu machen möglich gewesen wäre. Jch wandte alles Mögliche an, einen Bielard aufzusuchen, allein in unserer Gegend fand ich keinen. Ich wurde nach Cleve verwiesen, allein auch dort fand sich keiner, bis zuleßt meinte ich auf der Spur zu sein. Man sagte mir zu Nymegen hätten Bielard3 gewohnt; da ich nun meine Gattin aus Nymegen hatte, und durch die Verwandtschaft mir die beste Gelegenheit versprach, war e8 dennoch fruchtlos. E3 hatte freilich ein Biolard dorten gewohnt, welcher aber durch die Revolution verschwunden, und niemand weiß seinen Aufenthalt. Noch gebe des Forschen38 nicht nach, und sollte ich etwas davon erfahren, dann verlassen Sie sichß auf meine Freundschaft. Hierbei erfolgt nun auch eine Stammliste von der Rochollschen Familie, die mein Vater, so lange er lebte, führte, und nachgehend mein Stiefvater Knyff fortgesetßt hat. Dies ist Copie und in holländisch. Sollte diese3 etwa nüßen und noch früh genug kommen, so wäre es mir lieb, und wenn ich dann auch noch in der Zahl der Rochollschen Verwandtschaft mitgerechnet werden kann. Dann hoffte ic? auch, wenn die Stammliste in der Ordnung ist, eine Copie davon in meiner Verwahrung zu haben. So etwa3 ist doch was Angenehmes3, ich kann wohl sagen, daß ich öfters jehr neugierig gewesen bin, zu wissen, wo eine so weit ausgebreitete Familie in der weiten Welt verstreut ist. Zwar kann e8 mir wohl selber nicht mehr viel nüßen, denn meine Jahre sind schon bald an die 60. Um mir nun noch eine Reise-Vorstellung zu machen, meine Verwandten zu besuchen, wird der Fall wohl nicht mehr werden, denn ich darf durch den Verlust meiner Gehilfin wegen meines3 kleinen doch weit ausgedehnten Geschäft3 nicht von Hause. Indessen man kann e8 doch nicht wissen. Vielleicht kann durch ein3 meiner beiden Kinder mir meine Ruhe kommen, und dann versage ich e3 nicht. Aber auch nicht8 sehnlicher wünsche ich, als wenn die Vorsehung einen Weg bahnte, daß ich meinen Vetter, der sich meiner Freundschaft so sehr angelegen sein läßt, einmal bei mir hier in Wesel zu haben, und nun wollen wir jehen, wem von uns beiden zuerst der Weg zu einer Zusammenkunft geöffnet wird. Ich indessen empfehle mich Ihrer schäßbaren Verwandtschaft und Bruderliebe, und nochh ein herzliches Wohl Ihnen zu wünschen bin ich Ihr liebender Vetter Bernhard Nocholl. Wesel am 12. September 1804. PS, In3 Negister habe ich selbst etwas unterschrieben, wa38 zur Erleuchtung dient.
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Anhang Nr. 37--39 327 Nr. 37 Todesanzeige des Hofrats Dr. Gerhard Heinrich Rocholl (St.f. VU 3) Allgemeine politische Nachrichten, Essen, 1814, Nr. 76 Sanft entschlief zu einem besseren Leben unser guter Vater, der Hofrat und Dr. med. No cho1l am 17. 9. -- In einem Alter von 71 Jahren ging er entkräftet zu einer besseren Welt hinüber, wohin ihm und manchen unserer Theuren unsere Blicke mit Glaube, Liebe und Hoffnung folgen. Ueberzeugt von der Teilnahme unjerer Freunde verbitten wir uns ihre Beileidsbezeugungen und empfehlen uns Zhrem Wohlwollen. Bochum den 18. 9. 1814. &. Natorp. F. Natorp geb. Rocholl. H. W.Rodoll. Nr. 38 Todesanzeige des Justizbürgermeisters Adolph Wilhelm Rocholl (St.f. VI 7) Rheinisch Westfälischer Anzeiger, Band 31, 1819, S. 583/84 Am 30. v. Monat38 entschlief zu einem besseren Leben mein unvergeßlicher Ehegatte, der ehemalige Justizbürgermeister und Stadtsyndiku3 Adolph Wilhelm Rocholl in einem Alter von 91 Jahren und 2 Monaten. Jch preise die Vorsehung für das an seiner Seite genossene Glück einer sieben und fünfzig jährigen Che, welches nur einmal durch den Tod eine3 hoffnung38vollen Sohne3 betrübt wurde. Mögen alle, die den verewigten gekannt haben, die Größe seiner Verdienste in einer sech3 und sechzig jährigen Amtsführung würdigen; ich, meine neun versorgten Kinder, 23 Enkel, und 8 Urenkel werden den Unvergeßlichen ewig verehren. =-- Dem vergänglichen Wesen der Welt schon früher abgestorben, blieb doch lebendig in ihm der Glaube an Gott, die Liebe zu den Seinigen bis zum sanften Hinscheiden. Den verehrten Militär- und Civilbehörden, allen Freunden aus anderen Ständen, die durch Begleitung de8 Theuren Leichnams zur Grabesstätte ihre Liebe und Achtung so wohlwollend und gütig geäußert haben, danke ich mit gerührten Empfindungen in meinem und meiner Kinder Namen. Soest am 3. April 1819. Sophia Rocholl geb. Basse. Nr. 39 Kirchenrat D. Rudolph Rocholl (St.f. IX 18), x 1822 „Zum Gedächtnis an Rudolph Ro cho 11". -- Zum 100. Geburtstag. -- Düsseldorfer Nachrichten Nr. 491 vom 27. 9. 1922 von Dr. O. Redlich. Auf den Wandgemälden Eduard von Gebhardt3 in der Friedenskirche triit uns sowohl bei der Darstellung der Taufe Christi wie bei derjenigen der Bergpredigt Jesu aus der Menge de3 Volkes ein breiter Charakterkopf entgegen, dessen freundliche, geistig belebte Züge den älteren Düsseldorfern wohl vertraut und be-
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