Erkannter Text Seite 66 und 67
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338 Anhang Nr. 45 er auch war, sprach er doch bei der Beichte das Sündenbekenntnis leise, aber inbrünstig, mit und äußerte nach der Feier: „Da3 war schön!“ Der Herr kam dann bald. Umgeben von seinen Kindern und Enkeln, deren 27 leben, schlief er ruhig und sanft ein in dem Herrn. . .... Nr. 45 Hermann Rocholl (St.f. VIU 626), x 1898 (Nach einem Bericht seiner Mutter) Groß war die Freude seine38 damals schon 71jährigen Vater3, als ihm so spät noh ein kräftiger Sohn als Stammhalter geboren wurde. Hermann war ein echter Rocholl, schlank, blond, blauäugig, gut begabt, immer heiteren Sinne8. So wuchs er heran. Die Schule ist ihm nie schwer gefallen, er hatte viel Freude am Lernen um de3 Stoffes willen. Er schäßte vor allem den Gerechtigkeitssinn beim Lehrer, mochte dieser sonst auch noch so streng sein. Es war da3 derselbe Zug, der seinem Vater innewohnte: Wahrhaft, gerecht, nie etwas bemänteln. Bald nach Ausbruch de3 Kriege3 wurde in der Schule bekanntgemacht: „Der Kaiser braucht noch Soldaten, wer mit will, bekommt Primareife.“ Das zündete. Al3 ich meinen Mann später fragte, wie konntest du doch dem erst 1i6jährigen die Erlaubni3 erteilen, da antwortete er mir: „Was konnte ich ander3 tun. Der Junge könnte mir mal den Vorwurf machen =-- Vater, du hast mich die große Zeit nicht miterleben lassen.“ So ist denn Hermann al38 Kriegsfreiwilliger am 27. 10. 1914 mit hinaussgezogen. Meinem Mann aber hat von Stund an da8 Herz wehgetan, und 7 Wochen später war er tot. Wohl ihm, daß er den Tod seines Sohnes nichßt mehr erfahren hat. Hermann gehörte dem Inf.-Rgt. 26 an und hat vor Arras5, St. Piesse, Levin und dann an der berüchtigten Kohlenhalde vor der Lorettohöhe gelegen. Im April 1915 meldete er si zum Fahnenjunker und wurde am 10. 5. 1915 Fähnrich, am 18. 8. 1915 Leutnant und am 8. 10. 1915 bei einem Überfall der Engländer an der Lorettohöhe verwundet, Er kam zurück nach Magdeburg, erhielt am 25. 10. 1915 das E.K. I1 und ging, notdürftig geheilt, am 8. 3, 1916 wieder an die Front, als der 1. Somme-Durchbruch bevorstand. Am Freitag, dem 14.7.1916, 4 Uhr nachm., ist Hermann bei Longue Val am Delville-Walde gefallen. Ein Kopfschhuß hat ihm einen schnellen Tod gebracht, nachdem er mit seiner Truppe soeben einen englischen Angriff siegreich abgeschlagen hatte. Er liegt begraben auf dem Kirchhof Fleer3 bei Bapaume, nördlich vom Turm, und neben ihm treue Kameraden. Eine Pyramide von Stein und der heruntergeschossene Turm deckten bald darauf ihre Gräber. Die Vorgesekten, Kameraden wie Untergebenenen schäkßten und liebten Hermann Nochholl und haben ihm viele herzliche Worte nachgerufen. Hermann war der ganzen Veranlagung nach der Sohn feine3 Vaters, dessen Stamm nun in männlicher Linie erloschen ist.
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Anhang Nr. 46-47 339 Nr. 46 Schreiben des Feldprobstes der Armee D. Wülfing an Geheimrat Dr. Heinrich Rocholl (St.f. X1 56) von 1914 Cuer Hochwürden! Haben zum 1. April d. J. Ihre Versezung in den Ruhestand mit Pension erbeten. E3 ist mir ein Bedürfnis, Ihnen beim Ausscheiden aus dem Militärkirchendienst meine dankbare Anerkennung für die Dienste ausszusprechen, die Sie in mehr al3 4 Jahrzehnten unserer Preußischen Armee und ihrem Kirhenwesen geleistet haben. Von wenigen Monaten abgesehen, hat Jhr gesamtes Wirken im geistlichen Amte der Seelsorge an dem Volk in Waffen gehört. Durch Wort und Schrift haben Sie unermüdlich Zeugnis abgelegt von dem engen Zusammenhang, der zwischen unserer ruhmreichen, vaterländischen Geschichte und ihren großen Männern und dem geistlebendigen opferfreubigen Christentum besteht, und Sie haben fiir die Pflege vaterländischer Gesinnung und die We>ung und Erhaltung religiösen und sittlichen Leben3 in Armee und Volk Ihre beste Kraft eingeseßt. Reiche Anerkennnung und mannigfache Ehrung ist Ihrem Wirken zuteil geworden und Ihr Name wird in unserem Heer unvergessen bleiben. Dazu haben Sie länger al3 ein Vierteljahrhundert an der Spiße des MilitärKirchenwesen38 einer vielumstrittenen Provinz wesentlich zur Verfestigung der selbständigen Organisation der Militärseelsorge beigetragen. Eine große Reihe von Soldatenpfarrern ist durch Ihre Schule hindurchgegangen und Sie haben mit Ihren reichen Erfahrungen an ihrer Weiterbildung mit verständnisvoller Hingebung gearbeitet. So wird auch in unserem Kreise Ihr langes und weithin erkennbaren Erfolg begleitetes Wirken in dankbarer Erinnerung bleiben. Die gesamte Militärgeistlichkeit entbietet dur; mich dem scheidenden Senior einen von Herzen kommenden Abschiedsgruß und den Wunsch, daß e8 Ihnen durch Gotte8 Gnade vergönnt sein möge, noch lange Jahre bei guter Gesundheit sich der Liebe der Ihrigen und der Anerkennung aller derer, die Sie in Ihrem Wirken gekannt haben, zu erfreuen. gez. D. Wülfing. Nr. 47 Theodor Rocholls Hauptwerke (St.f. X 31) 1. Ein Hoh auf den König (ehemalig im Kasino des 1. Garde-Drag.-Rgat38. in der Belle-Alliance-Straße zu Berlin, jezt im Klub der I. Garde-Kavp.-Div. in Berlin, Schadowstr.). 2. Todesritt der Brigade Bre dow bei Vionville 16. 8. 1870 (RuhmeShalle der Stadt Barmen). 3. Episode aus der Schlacht von Vionville (Museum Magdeburg). 22*
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